Poing Speedfires holen Gold in Slovenien

Anna marschiert durch zum Turniergewinn und sichert sich auch noch den zweiten Platz im Mixed. Sebastian schafft nach einigen Kraftakten den Gruppensieg und muss sich wie Paul erst im Achtelfinale gegen 22:30 Uhr geschlagen geben. Im gemeinsamen Doppel werden sie 9. nach einem frühen und knappen 13:16, 14:16 Aufeinandertreffen gegen die späteren Turniersieger.

Anna gewinnt die Slovenian Open 2017 Anna erreicht Platz 2 im Mixed Doppel

Der Poing schaut mit Recht glücklich

Slowenien ist gar nicht so weit weg dachten sich ein paar Poing Speedfires und fuhren deshalb auf die Slovenian Open 2017 nach Lasko.
Während Anna schon in der Früh unterwegs war und sich schon mal einen sonnigen Eindruck von der Gegend machte, konnte sich Sebastian erst nachmittags loseisen und so kamen er und Paul pünktlich 3 Minuten vor Hotel- und Gaststättenschließzeit an. Die dortige Gastfreundschaft verschaffte ihnen aber doch noch die erste Pizza des Wochenendes und einige Stunden Schlaf als Vorbereitung.

Gleich um 9:00 Uhr früh beginnen die Doppel. Sebastian und Paul kommen sofort gut ins Spiel, haben mit ihren tschechischen Kontrahenten relativ leichtes Spiel und ziehen damit nach einem 2:0 Sieg bereits ins Achtelfinale ein. Dort warten leider schon die Topfavoriten S. Kaatz und R. Joop. In einem starken und erstaunlich umkämpften Spiel geben die Speedfires einiges an Gegenwehr und verlieren den ersten Satz nur knapp mit 13:16. Der zweite Satz ist sogar noch umkämpfter; allerdings verhelfen zwei unnötige Fehler nach einem 14:14 den späteren Turniersiegern dann doch zu einem verdienten Sieg.

Besser läuft es bei Anna in ihrem Mixed mit dem schwedischen Topspieler M. Ekberg der später bei den Herren dominieren sollte. Ohne Satzverlust schaffen Sie den Weg ins Finale. Dort unterliegen sie nur ganz knapp in drei Sätzen nach einem hochkarätigen Spiel dem aktuellen Europameister D. Zimmermanns mit Partnerin.

Die Sporthalle mit elf Plätzen ist schön groß und gut spielbar. Allein die roten (statt gewöhnlich gelben) Markierungen und der Bodenbelag mit einigen Farbwechseln sind gewöhnungsbedürftig. Die allgemeine Organisation, Spieleinteilung, Ansagen und Livescoring sind top wie gewohnt von den sympathischen Ausrichtern von Krosmintonska zveza Slovenije. Allerdings ist die einzige wirkliche Möglichkeit etwas zu essen zu bekommen der lokale Pizzadienst. Gut und schnell aber es bedeutet für die Poinger Spieler um 14 Uhr die zweite, um 18 Uhr die dritte und um 23 Uhr die vierte Pizzamahlzeit innerhalb von 24 Stunden. Sicherlich wurden nach gemeinschaftlichen 20 Spielen die meisten ungesunden Stoffe wieder abtrainiert, trotzdem wird Pizza erstmal nicht auf dem Speiseplan stehen…

Zwischendurch laufen die Einzelspieler in Gruppenphasen an. Da die Weltranglistenerste J. Keber leider kurzfristig absagen musste, hat Anna wenig Probleme sich in ihrer Gruppe an die Spitze zu spielen. Weiter geht es damit direkt ins Halbfinale gegen die Weltranglistenfünfte D. Knez. Anna lässt sich hier gar nicht auf ein langes Spiel ein und macht von Anfang an Druck. Die Gegnerin ist überrascht und findet nicht so recht in ihr Spiel. Nach einem erstaunlich schnellen Satzgewinn geht es in den zweiten. Anna spielt weiter fantastisch und platziert auf und schon bald steht die Finalteilnahme nach einem wunderbaren 16:9, 16:9 fest!

Dort trifft sie auf die weltweit auf Platz 9 gesetzte und heute durchgängig besonders stark auftretende Lettin S. Paegle. Ein sehr strategisches Spiel entwickelt sich mit vielen gegenseitigen Chancen und Rettungsaktionen. Beide spielen sehr stark und druckvoll aber Anna kann von Anfang an besser punkten und hält die Führung bis zum 16:9 durch. Im zweiten Satz steigert sich Paegle weiter und weiter und holt Annas anfängliche Führung langsam aber sicher auf. Am Ende aber führt kein Weg daran vorbei dass Anna die bessere Leistung auf den Platz  bringen kann und damit absolut verdient die 1000 Punkte nach Hause bringt! Genial!

Paul startet in das Turnier gleich mit dem wichtigsten der drei Gruppenspiele gegen einen jungen Slovenen. Wie eigentlich immer kommt er schwer ins Spiel und verliert den ersten Satz 11:16. Er kann sich aber steigern und kann sich deutlich mit 16:5 in den dritten Satz spielen. Dort behält er konstant die Oberhand und gewinnt das schön anzusehende und sehr abwechslungsreiche Spiel.

Die anderen beiden Spiele laufen nahezu wie vorher erwartet. Das eine ein deutlicher Sieg, das andere gegen den weltranglistendritten Schüsseler wunderbar umkämpft. Unerwarteterweise gewinnt Paul den ersten Satz und hat sogar einen Matchball als aber dann doch   die Erfahrung des Ex-Weltmeisters zuschlägt und Paul doch noch im dritten Satz verliert. Als Gruppenzweiter geht es aber weiter. Kurz vor der dritten Pizza heißt es dann Achtelfinale gegen den slowenischen Nationalspieler S.  Lipuscek. Der ist allerdings eine Klasse besser und Paul nach 23 Stunden in der Halle nicht mehr wirklich fit. Eine klare 0:2 Angelegenheit aber mit 340 Punkten für die Rangliste ein absolut zufriedenstellendes Ergebnis!

Sebastian’s Fünfergruppe besteht nach der kurzfristigen Absage des Wolfsburgers J. Jöhnk nur noch aus vier Spielern. Der erste Gegner kann ihm nicht viel entgegensetzen, ein klares 2:0. Danach allerdings ein evtl entscheidendes Spiel gegen den starken und erfahrenen Turnierspieler O. Vincze aus Ungarn. Sebastian packt gleich sein konzentriertes Präzisionsspiel aus und überrascht den Ungarn in dem er einfach alle Schmetterbälle erwischt oder ins Aus segeln lässt.

Der erste Satz geht etwas daher vielleicht etwas überraschend klar aber absolut verdient an Sebastian. Sein Gegner hadert immer mehr mit sich selber und versucht sein Spiel mehrfach umzustellen. Sebastian zeigt sich unbeeindruckt und gewinnt auch noch den zweiten Satz nach einer kurzen Aufholjagd mit 17:15. Fantastische Leistung!

Weiter geht’s mit dem letzten Gruppenspiel gegen den Routinier T. Dozsa um den Gruppensieg. Es entwickelt sich zu einem unheimlich laufintensiven und anstrengenden Spiel. Beide sind sehr konzentriert, stehen gut und versuchen mit variantenreichem Spiel eine Lücke zu finden. Im ersten Satz gelingt das Sebastian besser und erspielt sich die 1:0 Führung. Im zweiten packt Dozsa seine lange Erfahrung aus, spielt mehr auf Sicherheit und erringt sich ein enges 16:13. Der dritte Satz muss entscheiden. Lange Zeit sieht es so aus als wolle sich der Satz dem allerdings verweigern. Immer wieder ein Punkt hier, einer da. Schließlich aber doch eine wichtige 14:10 Führung von Sebastian herausgespielt. Immer weiter auf Konter bedacht, spielt sich Dozsa wieder heran; aber stark und fokussiert behält Sebastian die Nerven und schafft das 16:13!

Damit zieht Sebastian in das Achtelfinale ein, das auch tatsächlich noch am gleichen Tag um kurz nach 22 Uhr angefangen werden muss. Etwas mitgenommen von den anstrengenden Spielen kann er hier dem deutschen Vizemeister A. Lutz nicht genug entgegensetzen. Aber ein hervorragender und wohlverdienter 9. Platz in diesem so stark besetzten internationalen Turnier!

Insgesamt also ein erster Platz, ein zweiter Platz, und dreimal neunter – für die Speedfires genau wie für die drei Spieler selbst ein crossartiger Erfolg!