Turbulente Crossminton-Weltmeisterschaft in Polen – Teil 2

Acht Speedfires – vier Kategorien. Wieder viele hart umkämpfte Spiele. Am erfolgreichsten, wie so oft, Anna als Trizemeisterin; Paul und Sebastian schaffen es ins Sechzehnteltelfinale und Vivien rauscht vor auf Platz 5!

Fuer die spannende Geschichte um Flug, Doppel und andere Widrigkeiten: Teil 1

Einzel

Bei den Herren Ü50 ist es besonders eng. Christian Enzinger tritt in seinem ersten außerpoingschen Turnier in einer 5er Gruppe gegen einige recht erfahrene Leute an. Am Ende haben er und zwei andere jeweils 3 Spiele gewonnen und die jeweiligen Sätze müssen ausgezählt werden. Dabei reicht es für ihn ganz knapp und sehr ärgerlich nicht und scheidet leider aus. Als Gruppendritter laesst er aber trotzdem einige hinter sich (zB den Stuttgarter Mixed Ü50 Weltmeister Uwe Schraub) und belegt Platz 19!

Charly Knobling gewann ebenso drei Spiele in seiner 5er Gruppe, kam als Gruppenzweiter aber weiter (und verwies damit den Munich Speedlight Roland Kögl auf den dritten platz der Gruppe). Das nächste Spiel gewinnt er souverän, verliert aber ebenso klar gegen, wie eigentlich immer, Bogdan Miezynski im Achtelfinale.

In der größten, der Herrenkategorie (Open), starten Paul, Sebastian und Roy mit 107 anderen Spielern.

Roy Gralke erwischt eine schwere Gruppe und kann nur im ersten Satz gegen den Weltranglistendritten Dasen Jardas mithalten. Leider kommt er auch in den anderen Spielen nicht an seine eigentliche Leistung ran und verliert auch das dritte Spiel denkbar knapp mit 16:7, 15:17, 14:16 gegen den Nürnberger Knightspeeder Thomas Dirr, es bleibt Rang 82.

Sebastian Bruszies geht an Nummer zwei gesetzt in die 4er Gruppe. Der erste Gegner ist schnell besiegt, als nächstes steht aber der junge Münsteraner Tom Meyer gegenüber. Nach dem ersten Satzverlust kommt er wieder besser ins Spiel und kämpft sich zäh und geduldig zum Dreisatzsieg. Nun wartet noch der erfahrene Rene Lewicki auf ihn, der nur zwei schnelle Sätze gegen Tom gebraucht hatte. Sebastian behält die Nerven und stets die Oberhand, mit 16:9 und 16:10 Gruppenerster. Stark!
In der KO-Runde kommt er per Freilos gleich ins 16tel Finale, trifft dort allerdings auf den auf Platz 13 der Weltrangliste stehenden Tomasz Kaczmarek. Wieder einmal sieht man, dass wir zu selten die Gelegenheit haben mit solchen Leuten zu trainieren und Sebastian kann zwar einige Punkte holen aber dessen Sieg nicht richtig gefährden.

Paul Holleis darf als erstes gegen den Franzosen Damien Guillemineau ran. Von der Ranglistenplatzierung her eigentlich eine klare Sache, trotzdem geht der erste Satz nur ganz knapp mit 16:14 an Paul. Im zweiten Satz wundern sich manche neu dazugekommenen Zuschauer, dass es nach einer halben Stunde immer noch erst 2:2 steht. Allerdings hatte hier die Zähltafel nicht ausgereicht, die nur bis 25 ging. Nach endlosem Hin- und Her holt sich der Franzose den Satz am Ende mit 29-27, vermutlich das höchste Ergebnis der WM. Auf noch so einen Satz lässt sich Paul aber nicht ein und gewinnt den dritten stark mit 16:7. Nach einem schnellen Sieg gegen den Polen Jozef Puskas, heißt es dennoch alles oder nichts im letzten Spiel gegen „Kuwi“ Christoph Kuwert-Behrenz aus Berlin: Bei 0:2 raus, bei 2:1 oder besser Gruppenerster! Natürlich verliert Paul den ersten knapp mit 17:19, kann dann aber aufdrehen und erspielt sich sicher das erhoffte 2:1.
In der KO-Runde der besten 64 trifft er auf den Norweger Stian Pasche. Wie gewohnt versiebt er den ersten Satz, kann sich aber dann doch noch zusammenreißen, seine Fehlerquote etwas reduzieren, und nach Kraftakt noch gewinnen. Im 16tel Finale trifft er dann wie schon so oft auf den Kölner Boubacar Diallo. Diesmal noch deutlicher wie sonst verliert er, leicht verwirrt von der schlechten Leistung, glatt in zwei Sätzen. Ärgerlich, aber insgesamt trotzdem mit dem 17. Platz die Erwartungen sehr gut erfüllt.

Bei den Damen Ü35 gelingt Vivien Klee gleich ein Paukenschlag in dem sie als ungesetzte gegen die an Nummer 4 gesetzte Tatjana Zrnic gewinnt. Danach noch ein Gewinn und sie kommt trotz eines knappes Dreisatzverlustes im dritten Spiel als Gruppenerste weiter. Mit Hilfe eines Freiloses kommt sie damit direkt ins Viertelfinale. Dort ist zwar relativ schnell gegen die spaetere Vizeweltmeisterin Magdalena Lelonek Schluss, aber das lag auch viel daran, dass sie oft mehr mit sich als gegen ihre Gegnerin zu kämpfen hatte. Platz 5 auf jeden Fall mehr als verdient!

Sandra Hesse spielt sich über mehrere spannende Dreisatzmatches (inklusive gegen Weltranglistenzweite Dorota Lewandowska) als Gruppenzweite in die KO-Runde. Dort kämpft sie sehr laufstark um jeden Punkt, muss aber dann doch mit 11:16, 14:16 die Segel streichen. Trotzdem kann man mit einem Top 10 Platz bei den Weltmeisterschaften mehr als zufrieden sein!

Last but not least – das Beste, besser gesagt, die Beste zum Schluss. Anna Hubert zeigt wieder einmal mehr, dass sie eine weltklasse Spielerin ist. Aktuell auf Ranglistenplatz 7, gewinnt sie alle ihre Vorrundenspiele und gibt bis zum Halbfinale nur einen einzigen Satz ab! Dann steht sie der besten ungarischen Spielerin Ágnes Darnyik gegenüber, die ja tags zuvor bereits Doppelweltmeisterin wurde. Den immer lauter werdenden ungarischen Fans und der stark spielenden Ágnes hielt sie lange stand, gewinnt den zweiten Satz mit 16:12, muss sich dann aber doch knapp im dritten Satz geschlagen geben. Eine unglaublich stark verdiente Bronzemedaille für ihre super Leistung, wer (außer alle anderen) hätte noch vor zwei Jahren das für möglich gehalten. Damit Silber im Doppel und Bronze im Einzel bei den Crossminton Weltmeisterschaften 2017! Einfach Spitzenmäßig, da wird sich was tun an der Weltrangliste!

Vielen Dank an Crossminton Polska, selten erlebt, dass ein Zeitplan so gut eingehalten werden konnte!